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Bei uns ist die Geschichte kein „Gschichterl“. |
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7000 Jahre Thyrnau-Kellberg |
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Wer sich für Geschichte, für unsere Geschichte interessiert, der findet in unserer Gemeinde etwas über Menschen
der Altsteinzeit, Kelten, Römer, Germanen aus allen Himmelsrichtungen, Bajuwaren, Mit einem Wort, eine abwechslungsreiche, geschichtsträchtige und zugleich sagenhafte Heimat! |
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Durch die bevorzugte geographische Lage in eiszeitlichen Epochen am immer eisfreien Donaustrom ist „Der Thyrnauer“, ein großer Faustkeil aus der Altsteinzeit, der Star in der Steinzeitsammlung im Rathaus. Und natürlich ist manches zu betrachten aus den folgenden steinzeitlichen Epochen, was z. B. zum Spinnen, Backen und zur Schönheit gehört. Aus der Welt der Männer sind über 50 Steinbeile und Äxte, alles Funde aus unserem Gemeindegebiet, ausgestellt. Von unseren keltischen Vorfahren ist Frauenschmuck zu sehen und sogar ein kleiner römischer Bronzelöwe, der sich vom südlichen Donauufer, der Provinz Norikum, zu uns verirrt hat. Abwechslungsreich stellt sich unsere nicht unbedeutende Vergangenheit deshalb dar, weil sich das Weltliche und das Religiöse in unserer Gemeinde die Waage halten. In Thyrnau dominiert als Hofmark-Ort die weltliche Seite mit dem ehemaligen Sitz der Ortsadeligen, der Hofmarksherren. Zentral gelegen sein Barock-Schloss, die heutigen Zisterzienserinnen-Abtei. Eine kaiserliche Staatsjagd vor 250 Jahren wird noch heute in Erinnerung gehalten. Ein altbayerischer Gasthof vermittelt einen Eindruck aus dieser vergangenen Zeiten. Der Schwarzen Madonna von Loretto ist ein Heiligtum geweiht. Kellberg steht vor allem für die kirchliche Tradition. Das Gotteshaus dort ist eine Mutterkirche des Südlichen Bayerischen Waldes. Ein Heiliger war ihr Gründer vor 925 Jahren. Der heilige Bischof Blasius wird als Patron verehrt und die heilige Ottilia als Beschützerin der heilkräftigen Eisenquelle am Arzberg, Ursprung der heutigen Kur- und Reha-Klinik Professor Schedel. Der Bayernkönig Max II. besuchte 1852 die höchste Erhebung der Gemeinde, die heutige König-Max-Höhe, genoss die Rundumsicht zu 17 Kirchtürmen und sprach: „Ich wusste nicht, dass mein Bayernland so schön ist!“ Kunst
ist bei uns immer schon daheim. Einige
Beispiele einer langen Liste: Auf der anderen Straßenseite, in der Pfarrkirche, ist ebenfalls eine Frau „Die Thyrnauerin“ als Kunstwerk des Spätmittelalters zu betrachten. Diese halblebensgroße Steinmadonna, mit ihrer äußerst bewegten Gewandung, der „barocken“ Phase der Gotik, der Zeit um 1480 zuzuordnen, ist ein in der Fachliteratur oft zitiertes und abgebildetes Meisterwerk des Nikolaus Gerhaert von Leyden oder seines Umfeldes. Die ursprüngliche Farbfassung ist noch erhalten. Eine mütterliche Maria mit Kind spricht uns nach 500 Jahren noch lebendig an. In Kellberg, dem alten Pfarrmittelpunkt unserer Gemeinde, fällt schon beim Betreten der Kirche der linke Seitenaltar ins Auge, der Ottilien-Altar. Die Dreiergruppe gehört ebenfalls der Zeit um 1480 an. Die heilige Ottilia in der Mitte, links vom Betrachter die hl. Katharina, rechts die hl. Barbara. Solche Dreier-Frauen-Gruppen stehen in der Tradition der keltisch-germanischen Frauengottheiten, man denke nur an die drei Nornen. Ottilia war die ursprüngliche Patronin der Kellberger Kirche. Ebenfalls in der Kellberger Pfarrkirche befindet sich ein meisterliches Epitaph aus Salzburger Rotmarmor. Geschaffen wurde es vom bekanntesten Passauer Steinbildhauers des Spätmittelalters, Jörg Gartner. Dargestellt ist Ritter Degenhart II. von Watzmannsdorf, gestorben 1506. Beim Betrachten des Ortsadeligen in voller Rüstung und den heraldischen Symbolen seiner Familie und der seiner Frau, wird das Mittelalter lebendig. Unsere
Zeit hat ebenfalls Kunstwerke geschaffen, die in unserer Gemeinde
Aufstellung fanden. Als letztes sei die über 2 m hohe Granit-Stele des Bildhauers Karl Mader aus Fürstensein genannt. Sie zeigt das Portrait des mit Thyrnau eng verbundenen Schriftstellers und Theatermannes Alois Johannes Lippl. Umgeben ist das Portrait vom Wappen der Gemeinde Thyrnau, Distel-Blätterwerk und dem „Passauer Wolf“, anspielend auf Lippls gleichnamiges Theaterstück. Das markante Denkmal steht im Freien, am Zugang zur Alois-Johannes-Lippl-Schule. |
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